Berühmte Brückenbauer: Johann Wilhelm Schwedler


Johann Wilhelm Schwedler lebte von 1823 bis 1894. Auf diesen berühmt gewordenen Bauingenieur gehen zwei Innovationen im Hochbau des 19. Jahrhunderts zurück, die auch nach ihm benannt wurden, die sogenannte Schwedlerkuppel und der für den Brückenbau der damaligen Zeit wichtige Schwedlerträger. Hierbei handelt es sich um eine Stahlkonstruktion für Eisenbahnbrücken, die aus statisch bestimmten Fachwerkträgern besteht mit Diagonalen, die nur auf Zug beansprucht werden. Der Obergurt des Trägers war bogenförmig gekrümmt und in der Brückenmitte wechseln die Diagonalen die Richtung und die Streben wurden durch bewegliche Gelenke zusammengehalten. Bereits ab dem Jahr 1904 wurde diese Konstruktionsweise aufgrund der Untauglichkeit bei höheren Verkehrslasten nicht mehr angewendet, Schwedlers „Theorie der Brückenbalkensysteme“ gilt jedoch für ihre Zeit als innovativ für den Brückenbau im Preußen der damaligen Zeit. Schwedler machte als erster die Berechnung zur Grundlage seiner Bauwerke, während man bis dahin vorwiegend dem Experiment vertraut hatte. Schwedler, selbst aus einer armen Tischlerfamilie in Berlin stammend, hatte später eine Beamtenposition als Königlicher Eisenbahn-Baumeister in Berlin inne, stieg weiter auf zum Geheimen Baurat und lehrte an der Berliner Bauakademie. Daneben beteiligte er sich lange Zeit an der Redaktionskommission der Zeitschrift für Bauwesen. Er starb 1994 ebenfalls in Berlin. Eine heute noch verfügbare Brücke mit fünf Schwedlerträgern von je 50m Weite ist die Eisenbahnbrücke über die Aare bei Koblenz.