Konstruktions- und Bauweisen von Brücken

Wodurch unterscheiden sich nun die einzelnen Brückenarten hinter diesen Bezeichnungen? Neben dem Material ist hier die Konstruktions- und Bauweise ausschlaggebend.
Für Balkenbrücken gilt, dass Über- und Unterbau durch sogenannte Lager getrennt sind. Diese Lager sind wichtige Elemente, um Sicherheit für den Brückenträger zu garantieren im Hinblick auf Position und Beweglichkeit. Dies wird erreicht durch die Übertragung der Lasten vom Überbau auf den Unterbau. Vom Balken spricht man deshalb, weil diese Brückenarten im längsgerichteten Querschnitt einem Balken gleichen.
Bei der Plattenbalkenbrücke ordnet man unter einer relativ schlanken Platte den oder die Träger in Längsrichtung an. Dieser Typ kann dahingehend erweitert werden, dass zum oberen Plattenbalken eine untere Platte hinzukommt. Zusammen mit den Trägern ergeben sich so Hohlräume, die die Bezeichnung Hohlkastenbrücke nach sich zogen. Diese zeichnet sich durch eine stabile Statik und rationelle Einsatzfähigkeit bei mittleren und größeren Stützweiten sowie bei gekrümmter Linienführung aus.
Nicht ganz so flexibel verwendbar ist die Vollplattenbrücke, die im Prinzip aus einem breiten Balken besteht und bei kürzeren Abschnitten, wie Überführungen, oder bei beschränkter Bauhöhe eingesetzt wird. Als Rahmenbrücken werden Balkenbrücken bezeichnet, bei denen die Zwischenlager fehlen und die mit den Stützen biegesteif verbunden sind. Durch die dadurch reduzierte Bauhöhe kann man, z.B. beim Autobahnbau, auf Mittelpfeiler verzichten. Eine Bogenbrücke erkennt man an der Form; sie weist einen oder mehrere Bogen auf und eine Fahrbahn. Bei der Stahlbogenbrücke kommen jeweils noch sogenannte Hänger oder Steher zum Einsatz, welche die Fahrbahn halten.
Hängebrücken wurden zunächst als Seilbrücken konstruiert. Moderne Hängebrückenkonstruktionen, wie z.B. das berühmte Beispiel der Golden Gate Bridge, ähneln in ihrer Statik den Bogenbrücken, bei denen die Fahrbahn unten liegt und bei der Hängekonstruktion von Tragseilen gehalten wird, die zwischen Pylonen gespannt sind. Hängebrücken eignen sich wegen ihrer Tendenz zur Verformung nicht als Eisenbahnbrücken. Eine Ausnahme bildet die Schrägseilbrücke, die eine hohe Steifigkeit gewährleisten kann. Die raffinierte Konstruktion dieses Brückentyps besteht darin, dass die Seile die lotrechten Kräfte der Brücke in die Pylonen überträgt, welche sie dann als senkrechte Druckkräfte in den Untergrund weiter leiten. Überwiegend für Fußgängerzwecke wird die Spannbandbrücke gebaut, bei der die Spannbänder den Gehweg tragen und die einen relativ großen Durchhang aufweisen kann.

Eine bewegliche Brücke wird aufgrund spezieller lokaler Gegebenheiten errichtet. Man unterscheidet hier wieder als Subtypen die Klappbrücke, die sich in der Mitte öffnet und an beiden Brückenenden hochklappt, die Hubbrücke, bei der das Fahrbahnniveau angehoben wird, um beispielsweise ein höher gebautes Schiff durchzulassen, die Drehbrücke, die sich zur Flussmitte hin dreht, so dass zwei Fahrrinnen entstehen, die Zugbrücke, die von Burggräben her bekannt ist, die Kippbrücke, die horizontal gebogen ist und durch ein vertikales Kippen eine größere Durchfahrtshöhe schafft und die Faltbrücke, bei der das Fahrbahnstück der Brücke wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet wird um eine Schiffspassage zu ermöglichen. Der Sondertyp der Fachwerkbrücke hebt sich durch aufgelöste Tragwerkstrukturen ab im Gegensatz zu vollwandigen, was geringeren Materialverbrauch und weniger Eigengewicht verspricht.

Schwimm- oder Pontonbrücken haben anstelle Pfeilern Pontons, Schiffe, Schlauchboote oder Hohlplatten, die auf einer Wasseroberfläche schwimmen. Dadurch wird eine solche Brückenkonstruktion vom Wasserstand beeinflusst. Dieser Brückenbautyp wird meist nicht permanent, sondern temporär eingesetzt bei Restaurierungsprojekten und im militärischen Bereich. Durch Abspannvorrichtungen im Uferbereich können jedoch auch Schwimmbrücken permanent genutzt werden.